Artwork FlascheArtwork Glas mit Zitrone
Rumflasche auf Pelzfell
Quelle: Unsplash

Alles rund um Rum

Veröffentlicht am:

Ich liebe es, bei kalten Außentemperaturen mit einem Rum mit Freunden vorm Kaminfeuer zu sitzen. Und wenn ich mir dann noch schöne Piratengeschichten eines echten Rum-Connaiseuren anhören darf, ist die Welt für mich in Ordnung.

Diese kleine Geschichte des Rums gebe ich gern an Euch weiter.

Heute hat der Kenner die Wahl der Qual zwischen weißen und braunen, aro­matisierten und nicht aromatisierten Rum-Marken. Diese Sorten eignen sich zum Purgenuss oder als Grundlage leckerer Mischgetränke, von denen wir euch hier zwei heiße Rezepte vorstellen. Doch zuerst zum Rum selbst.

Wenn vom Rum die Rede ist, denkt man heute oft an berühmte Getränke wie Mojito oder Daiquiri, an Hemingway und Fidel Cast­ro. Aber vor allem an die traumhaften Strände von Kuba und Jamaika, an ver­wegene Piraten, aufrechte Matrosen und die christliche Seefahrt als Ganzes. Und das hat historische Gründe.

Geschichte des Rums

Goldmünze mit Totenschädel

Anfang des 16. Jahrhunderts hat an ei­nem unbekannten Ort zwischen Bra­silien und Barbados ein aufmerksa­mer Zeitgenosse die Gärfähigkeit von Melasse bei Vermengung mit anderen Stoffen wie Wasser und Zuckerrohrsaft entdeckt. Melasse, eine Art Zuckersirup, ist ein Abfallprodukt bei der Zuckerher­stellung. Sie wurde zum Grundstoff für Rum. Findige Köpfe haben die bei die­ser Kombination durch Fermentierung entstehende weinähnliche Flüssigkeit zu einem hochprozentigen Getränk und damit zu den frühen Rum-Varianten destilliert.

Quelle: Jakob Rosen

Der Rum wurde bei der englischen Ma­rine nach Eroberung der spanischen Kolonie Jamaika 1655 populär. Und riesige Vorräte an Rum fielen an die Briten. Der siegreiche Admiral Penn kam auf die Idee, den Flüssig-Proviant sei­ner Schiffe umzustellen. Fortan diente der so gut wie unverwüstliche Rum zu­mindest teilweise als Ersatz für die nicht allzu tropentauglichen Bordgetränke Bier und Wein.

Auch sollte Rum als eine Art Medikament bei der Behand­lung von Krankheiten und Verletzungen zum Einsatz kommen. Allmählich hielt die zunächst auf westindische Gewässer beschränkte Praxis Einzug in der gesamten Royal Navy: Jeden Tag gab es ein halbes Pint (knapp 0,3 l) puren Rum für jedes Mannschaftsmitglied. Die aufgeteilte Rati­on wurde „Tot“ genannt.

1740 gab Admiral „Old Grogram“ Vernon, besorgt um die Seetauglichkeit seiner Teerjacken, den Befehl, den Tages-Rum durch Wasser und Zitronensaft zu verdünnen, um die Räusche zu mindern. Die kalte Ur-Form des Grogs war erfunden! Erst 1970 wurde die Ausgabe von Rum-Rationen auf bri­tischen Kriegsschiffen ganz eingestellt.

Angeb­lich sollen im 19. Jahrhundert Nordfrie­sen bei einer Feierlichkeit, bei der ihr Pastor anwesend war, nicht auf ihren geliebten Rum verzichtet haben wollen, obwohl der Pastor Alkolhol ablehnte. Um die Geistlichkeit nicht aufzu­regen, tarnten die pfiffigen Friesen ihren Rum mit Kaffee und viel Schlagsahne. Der Pastor kam ihnen auf die Schliche und belegte seine Schäflein mit dem Schimpf „Oh, ihr Pharisäer“. Diese schles­wig-holsteinische Ursprungslegende vom Genuss-Getränk Pharisäer sei hier als weiteres sympathisches Detail genannt, welches unter Rum-Connaisseuren kursiert.

Rezepte

Tote Tante

Sie wird als kalter oder heißer Kakao mit einem Schuss Rum serviert (4 cl). Ein Topping mit Schlagsahne drauf und fertig! Die Bezeichnung wir in nördlichen Regionen Europas verwendet. Andernorts sagen die Menschen schon auch einmal Lumumba zu diesem leckeren Getränk.

Zutaten:

  • 4 cl Rum 
  • Warmer Kakao zum Aufschütten
Quelle: Jia Jia Shum

Heißer Punsch

Das wärmende Getränk ist süß und duftet gut, was vor allem an kalten Tagen eine tolle Atmosphäre schafft.

Einfach den Tee mit Zucker und Gewürzen erhitzten und eine halbe Stunde ziehen lassen, bevor er abgeseiht und mit Rotwein erneut erwärmt wird. Dann noch mit Likören und Rum abschmecken. Als Garnierung eignen sich Zimtstangen ebenso wie Orangenscheiben.

Zutaten:

  • 2 cl Rum
  • 2 cl Cointreau
  • 2 cl Amaretto
  • ½ l Schwarztee
Quelle: Jennifer Pallian

Mehr aus dieser Kategorie