Artwork Frau mit KaffeeArtwork Tasse
Mehrere Ausführungen und Größen der Recup Becher
Quelle: Gianluigi Palma

Mehr weg gebechert

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Einmal Kaffee zum Mitnehmen bitte! Im Pappbecher zum Wegwerfen, im Mehrwegpfandbecher oder haben Sie einen Thermosbecher dabei? Die Stadt Freiburg hat sich auf einen Anbieter eines Mehrwegpfandsystems festgelegt, den Recup, und hofft damit eine klare Linie zu schaffen. Wir haben uns bei Café- und Bistrobetreibern in Freiburg umgehört, was sie jetzt machen und für richtig halten.

Foto Recup Cafe Auszeit_Benny Haas
Im Café Auszeit gibt es to go nur noch den Recup zum Mitnehmen. Foto: Benny Haas
Quelle: Benny Haas

Benny Haas vom Café Auszeit setzt schon lange in seinem Café Auszeit in der Moltkestraße in Freiburg auf Mehrweg. Bisher mit einem eigenen System mit Bechern und Bowlschalen, auch aus Glas. Für Kaffee zum Mitnehmen gab es den Freiburg Cup. Er hat jetzt auf den Recup umgeschwenkt: „Ich finde das einheitliche System echt gut und habe mich jetzt von allen anderen Zwischenlösungen getrennt.“

Der mintfarbene Recup ist ein Mehrwegbecher und den gibt es auch als Rebowl, um Essen mitzunehmen. Anders als sein Vorreiter, der Freiburg Cup, gibt es den Recup-Kaffeebecher in verschiedenen Größen. Das Recup-System soll künftig alle Einweg- und auch bisherigen Mehrwegbehältnisse im Umlauf ersetzen. Dafür zahlt der Gastronom monatlich eine Systemgebühr und der Recup wird für 1 Euro Pfand, eine Rebowl für 5 Euro Pfand, herausgegeben.

Auch im Café Ambrosia in Littenweiler gibt es ab dem 1. Januar 2022 nur noch Mehrweg. Inhaber Tim Cordell ist schon lange Verfechter des Mehrwegs und bieten den Recup aus diesen Gründen an: „Wir leben in einer Gesellschaft, in der wir Verantwortung für unsere nachfolgenden Generationen übernehmen müssen. Deshalb gibt es bei uns keine Einwegbecher mehr, sondern nur noch Mehrweg mit Pfand oder to go im selbstmitgebrachten Becher.“

Um die Umwelt zu entlasten gibt es im Café Ambrosia ab Januar 2022 Kaffee zum Mitnehmen nur noch im Recup-Mehrwegbecher. Foto: Tim Cordell.
Quelle: Tim C.

Ähnlich sieht das Johannes Dilger, Cafébesitzer und Eisdieler von Förster Max in der Wiehre, hat aber einen andern Ansatz: „Wir finden es sehr schade, dass der etablierte Freiburg Cup der Stadt trotz hoher Akzeptanz eingestellt wurde.

Die beste Lösung für uns ist es nach wie vor, wenn jeder seine Tasse oder seinen Becher selbst mitbringt“, so Johannes. Plastik stört hier allgemein: „Da Becher immer beschichtet sein müssen, haben wir uns für einen Becher, der eine Beschichtung aus Getreidestärke hat, entschieden. Ein Plastikmehrwegbecher rentiert sich ökologisch gesehen auch erst nach der fünfzigsten Benutzung. Für uns gilt daher: Wer der Umwelt etwas Gutes tun will, bringt seinen Lieblingsbecher einfach selbst mit.“ 

Gianluigi Palma vom Caffé da Gianni in der Marienstraße in Freiburg ist lange zweigleisig gefahren und hat Einweg- und Mehrwegbecher angeboten. Was ihm aufgefallen ist, dass die Leute oft Einweg nehmen, wenn sie die Wahl haben.

Gianni entscheidet sich für den Recup-Mehrwegsystem, aber dann gibt es in Zukunft nur noch das. „Was mich zwar stört ist die monatliche Systemgebühr, aber die Einwegbecher kosten auch viel Geld. Dann investiere ich halt der Umwelt zuliebe noch etwas mehr und dann ist gut“, so Gianni!

Quelle: Gianluigi Palma

Also, auf die Becher, fertig, los!

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