Jenny macht Sandalen

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Es wurde wieder getestet: Dieses Mal war unsere Redakteurin Jenny zu Besuch in der Sandalenwerkstatt in Freiburg. Dort werden von den drei Sandalenmeistern nach traditionellem Schuhhandwerk Sandalen, Taschen und Gürtel aus feinstem regionalen Leder hergestellt. Jetzt kann man in Workshops unter Anleitung auch selbst diese Produkte herstellen. Jenny hat sich mal an die Sandale „Sahara 2“ gewagt.

In der Talstraße hängt nur eine große Holzwandtafel an der rosafarbenen Hauswand der Nummer 9 mit der Aufschrift „Sandalenwerkstatt Freiburg„. Wird geklingelt, geht die große Türe auf, man wandert durch einen Hausflur und am anderen Ende des Flurs öffnet sich dann wieder eine kleine Türe. Empfangen wird man von drei stattlichen Männern in Lederschürzen: Das sind die Sandalenhandwerksmeister Norihiko Tsukinowa, Andreas Thilo und Heinrich Assies.

Die Sandalenwerkstatt ist ein gemütlicher Ort. Hier stehen viele Geräte und Werkzeuge nebeneinander, denn die Handwerksmeister arbeiten hauptsächlich von Hand. Alle Sandalen, die hier gemacht werden, sind maßangefertigt und werden nur auf Bestellung hergestellt.

Ich durfte einen Sandalenworkshop testen und habe mir als Modell die „Sahara 2“-Ledersandale ausgesucht. Die „2“ steht für zwei Riemen. Als erstes wird die Sohle von der Sandale hergestellt. Dafür nimmt Norihiko meinen Fußabdruck auf einem Tintenbrett, damit anhand meiner ergonomischem Punkte am Fuß eine passgenaue Sandalensohle genäht werden kann. Das Abzeichnen am Fuß hat schon gut gekitzelt, sage ich euch!

Der Abdruck wird dann aufgezeichnet und alle wichtigen Punkte meines Fußes markiert. So entsteht die Schablone, um die Ledersohle zuzuschneiden. Die Sohle besteht aus drei Schichten Leder. So ist sie stabil, federt ab und passt sich trotzdem meinem Fuß an.

Damit die Schichten an Leder für die Sohle gut halten, werden die von Hand vernäht. Dank Norihikos Anleitung hat das auch ganz gut geklappt…aber nicht so leicht wie es aussieht. Umso stolzer war ich dann, als alles fertig war und alle Nähte perfekt gepasst haben.

Im Anschluss werden die Lederriemen für die Sohle in die richtige Länge gebracht und ebenfalls von Hand angenäht. Sind diese angebracht, wird die Sandale noch einmal geklopft. Das hat dann Andreas übernommen. Dann kam der Moment der Wahrheit: das Anpassen.

Von oben vorsichtig reingeschlüpft, hat der Fuß mit den Riemen noch gut Luft. Doch dann wird geschnürt und zwar feste. Doch keine Angst: das Leder passt sich perfekt der Haut an und gibt sofort nach und sitzt trotzdem fest und gibt guten Halt.

Ich kann euch sagen: Blasen an den Füßen im Sommer können verhindert werden! Mit maßgeschneiderten Ledersandalen ist kein Einlaufen nötig, denn es scheuert nichts und die Zehen rutschen auch nicht nach vorne raus oder werden durch die Riemen nach oben gedrückt. Da möchte man doch glatt Götterbote werden: diese Sandalen verleihen einem defintiv ein Gefühl wie auf Wolken. Überzeugt euch selbst und bucht euch euren Workshop in der Sandalenwerkstatt.

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