Quelle: Uwe Arens

„State Of the Art“ der Klassischen Musik

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Ein Mozartfest mit Boxhandschuhen. Ja, du hast richtig gelesen! Beim diesjährigen Mozartfest Augsburg versuchen vom 5. bis 28. Mai neben musikalischen Weltstars auch zwei Boxer die Frage zu beantworten, was im Jahr 2022 in der klassischen Musik „State of the Art“ ist.

Mozart war in vieler Hinsicht das, was man heute als „State of the Art“ bezeichnen würde. Doch was ist im Jahr 2022 eigentlich zeitgemäß in der klassischen Musik? Was ist visionär, revolutionär, ergreifend? Was macht bewegende Live-Momente aus? Wann bringen neue Impulse wirklich neue Erkenntnisse und wann sind sie bloße Effekthascherei?

Das internationale Festival in der Deutschen Mozartstadt Augsburg wagt dabei den einen oder anderen Blick über Genregrenzen hinweg und setzt auf die Magie der Begegnung mit herausragenden Künstler*innen, die in ihrem jeweiligen Bereich Maßstäbe setzen, die die Grenzen des Gewohnten erweitern und verschieben und die ihre Kunst aus einem tiefgreifenden und sehr individuellen Verständnis der Musik heraus betreiben.

Die Kunst der Performance

„Die große Kunst der „Performance“ ist es, in einem Konzert nicht nur die Musik zu spielen, sondern dabei auch ein unwiederbringliches Live-Ereignis entstehen zu lassen, das von der direkten Interaktion zwischen Aufführenden und Publikum lebt. „Die Künstlerinnen und Künstler des Mozartfestes kombinieren diese äußerst zeitgemäße Fähigkeit mit höchstem musikalischem Niveau und machen die insgesamt neun Konzerte zu einzigartigen Erlebnissen, die unter die Haut gehen«, erklärt Simon Pickel, der Künstlerische Leiter des Festivals.

Was euch erwartet

Eröffnet wird das Mozartfest Augsburg am 5. und 6. Mai im Rahmen der Kammermusikreihe „Freistil“ von Sarah Christian und Maximilian Hornung. Die beiden in Augsburg geborenen Weltstars präsentieren – mit befreundeten Künstler*innen – zwei eigens für diesen Anlass entwickelte Programme.

Ein Highlight ist sicherlich das Danish String Quartet, eines der innovativsten Ensembles der Streichquartett-Welt, kombiniert am 14. Mai Werke von Henry Purcell, Benjamin Britten und Wolfgang Amadeus Mozart

Quelle: Caroline Bittencourt

Am Folgetag, den 15. Mai, sollte man sich den „Orgel-Rockstar“ Cameron Carpenter an der neuen Orgel im Kongress am Park nicht entgehen lassen. Dieser bietet neben Bachs Goldberg Variationen auch ein großes Repertoire an Eigenkompositionen.

Quelle: Dovile Sermokas

Mit von der Partie ist auch Avi Avital, der erste für den Grammy nominierten Künstler auf der Mandoline. Dier interpretiert am 20. Mai – gemeinsam mit der Bayerischen Kammerphilharmonie – neben eigenen Werken auch bekannte Konzerte von Mozart, Bach und Vivaldi auf seinem Instrument.

Quelle: Christoph Koestlin

Der wohl ungewöhnlichsten Programmpunkt des Mozartfests ist am 21. Mai auf der Brechtbühne im Gaswerk des Staatstheaters Augsburg zu erleben: Beim Hidalgo Box-Salon, einem innovativen Musiktheater-Gastspiel, treten nicht nur die Sopranistin Andromahi Raptis und der Pianist und Bechstein-Preisträger Toni Ming Geiger in einem echten Boxring gegeneinander an – sondern auch echte Boxer im Zweikampf samt Ringrichter.

Quelle: Max Ott

Eines der populärsten Werke Mozarts können Besucher am 22. Mai hören. Der Chor des Bayerischen Rundfunks und die Akademie für Alte Musik Berlin bringen nämlich Mozarts Krönungsmesse zu Gehör.

Quelle: Uwe Arens

Das Chamber Orchestra of Europe, eines der besten Orchester präsentiert am 27. Mai Bearbeitungen aus Zauberflöte und Don Giovanni sowie Werke von Haydn und Widmann.

Quelle: Julia Wesely

Zum Abschluss des Fests am 28. Mai steht die britische Saxophonistin Jess Gillam, die Sensation der „BBC Last Night of the Proms“ 2018, gemeinsam mit ihrem eigenen Kammerensemble auf der Bühne und hat dabei Musik von Björk, Meredith Monk, Will Gregory und Phillip Glass mit im Gepäck.

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